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Neulich habe ich eine kurze Umfrage auf Facebook hinsichtlich der Platzierung eines QR-Codes auf einer Seite online gestellt. Die simple Frage war "recht oder links". An dieser Stelle nochmal danke an alle, die sich beteiligt haben. Die Relevanz der Codes wurde selbstverständlich auch in diesem Stream in Frage gestellt. Deshalb habe ich mich entschlossen mir dieses Thema mal etwas genauer anzuschauen und mich auf Spurensuche gemacht.
Was haben wir nicht schon über QR-Codes und deren Nutzung gelesen. Um so seltsamer, dass diese viereckigen Pixel-Würfel weiterhin häufig falsch verstanden und genutzt werden und ihnen vielleicht auch daher der "Braucht kein Mensch"-Ruf nachgesagt wird. Häufig liegt es schlichtweg an der verkannten Chance dieser Vielkönner.
Wer sich derzeit genauer umschaut, findet QR-Codes an Plakaten in der U-Bahn, in den Zeitschriften und anderen (klassischen) Werbe-und Kommunikationskanälen. Soweit so gut aber, es bringt in den seltesten Fällen wenig, wenn die Nutzer von diesen Codes lediglich auf die Website (häufig noch nicht einmal mobilfähig) der Brand weitergeleitet werden.
"Wo bleiben da die Meerschweinchen*?"
Diese Frage habe ich mir zuletzt gestellt, als ich mir im Zug die Oktober-Ausgabe der DB mobil durchgelesen habe. Mindestens 10 Werbeanzeigen waren mit einem QR-Code versehen. Kein einziger von diesen Anzeigen bzw. der Codes hat mir etwas gebracht. Wieso wird also beispielsweise der Betrachte einer Buchpromo nicht auf eine Audioseite weitergleitet, auf der ihm der Klappentext vergelesen wird? Stattdessen wird der QR-Code-Nutzer auf ein unübersichtliche Webseite gelotst, die so einladend ist, wie kalte Pommes vom Vortag.
*Meerschweinchen steht für das Bullshit-Bingwort: "Mehrwert" (meiner Ansicht wird dieser Begriff zu inflationär genutz)
Ich will aber heiße Pommes - ich will echte Meerschweinchen!
Wie können diese also ausssehen?
Ein tolles Beispiel für eine gelunge QR-Code-Nutzung zeigt das Restaurant QCUI** in München. Die Betreiber fragen die Gäste vor Ort, wie sie mit dem Service zufrieden sind, ob ihnen das Essen geschmeckt hat und was noch optimiert werden kann? In 100 Jahren würde ich bei so einer Umfrage nicht mitmachen, wenn mich erst jemand darauf hinweisen muss, dass ich doch bitte diesen und jenen Link eintippen soll und danach bla bla bla. Nope - ich scanne den Code ein - mobilfähige Seite zeigt mir alle Optionen. Ein Tapser hier, ein Tapser dort - fertig!
**btw: verdammt leckere Pizzen ;)!
Ein anderes, bereits sehr gängiges Beispiel ist aber auch, dass Printartikel mit weiterem Content aus dem Netz (Bewegtbilder) angereicht werden. Die Weltkompakt, aber auch der Spiegel sind in dieser Art der Nutzung groß...
Auf die oben bereits erwähnte Buchpromot warte ich leider noch vergeblich. Wenn Du aber bereits über so eine Nutzung gestolpert bist, dann sag gerne auf www.facebook.com/TheDigitalGuide Bescheid und poste Dein Fundstück auf die Wall.
Alle, die sich gerne einen QR-Code selbst erstellen möchten, denen kann ich die Seite delivr.com ans Herz legen. Auf dieser Plattform kannst Du Dir nicht nur unterschiedliche Contentarten verwenden und einbetten (Bilder, Text, Video, Maps) sondern Du erhältst auch eine Statistik mitgeliefert, die Dir anzeigt, wie häufig und wo Dein Code verwendet wurde.
Zwar sollte es nicht das einzig Argument sein, aber zumindest ist es nicht von der Hand zu weisen. Die Nutzung von QR-Code ist vergleichsweise günstig. Wieso sollte ich also nicht versuchen die klassischen Kommunikationskanäle mit weiterem und relevanten Nutzen aufzuwerten. Diese Aufwertung sollte jedoch nicht in der bloßen Weiterleitung auf eine BOOOOOOORING Webseite enden, sondern dem Verwender eines QR-Codes ein tatsächliches Meerschwein mitliefern! Wenn es das nicht gibt, dann geben ich allen Kritikern recht - lass es sein.
Mehr digitalen Kram gibt es auf www.facebook.com/TheDigitalGuide (= Lukas Adda)